Wie man spannende Geschichten erzählt:
Eine Einführung ins Storytelling

Theorie.


Wo ich soeben nach interessanten Themen zum Storytelling für meine Facebook und Google+ Seiten suche, fällt mir auf, wie schwer es ist, einen Einstieg in das Thema zu finden.

Wenn Du Storytelling im Marketing oder der Unternehmenskommunikation einsetzen willst, dann ist meine Überzeugung: Fang mit einfachen Geschichten an!

Die ganze Debatte über Transmediales Storytelling, also das Geschichtenerzählen über verschiedene Kommunikationskanäle hinweg, verführt dazu, einfach irgendetwas für Storytelling zu halten, was es vielleicht gar nicht ist, einen Begriff abzunutzen, hinter dem die wirksamste Mechanik des Marketings überhaupt steht und das Pferd von hinten aufgezäumt wird. Als würde man eine Dressurprüfung reiten wollen ohne jemals vorher im Kreis geritten zu sein.

Dabei ist Storytelling eigentlich ganz einfach, wirklich. Jeder von uns wendet die Techniken des Storytellings an. Jeden Tag. Versprochen!

Wenn Du zum Beispiel mit Deinen Kollegen nach einem harten Arbeitstag ein Bier trinken gehst und Ihr Euch die Geschichten (!) des Tages erzählt: wer welche Deadline gerade eben so halten konnte, obwohl es danach aussah, dass alles bereits verloren sei, wer durch harte Verhandlungen noch das letzte Prozent rausgeholt hat und wie nach einer Nachtschicht kurz vor knapp die Präsentation doch noch fertig wurde. All das sind doch spannende Geschichten, oder? Und Du erzählst sie mühelos, ohne jemals etwas über Storytelling gelernt zu haben.

Diese Einführung ins Storytelling ist deshalb kurz, weil der Kern einer guten Geschichte in zwei Sätze passt:

Das Leben eines Protagonisten gerät durch ein unvorhergesehenes Ereignis aus den Fugen. Im Verlauf der Geschichte kämpft er gegen immer größere Widerstände, um sein Ziel zu erreichen und das Gleichgewicht wieder herzustellen.

Welche Erlebnisse fallen Dir ein, die in dieses Muster passen? Mein Tipp: Nahezu alle, die Du Deinen Freunden erzählst, die Du Abends beim Essen mit Deinem Partner teilst oder irgendwann Deinen Enkeln erzählen wirst.

Wenn Du Storytelling im Unternehmen einsetzen willst, dann empfehle ich Dir, genau dieses spielend leichte und ungezwungene Erzählen beizubehalten. Sei nicht verkopft. überlege Dir, wo Dir spannende Geschichten in Deinem Arbeitsumfeld begegnen. Vielleicht helfen Dir Fragen wie diese bei der Suche:

Sobald Du von einer spannenden Geschichte hörst, lasse sie Dir erzählen und schreib sie auf, nehme sie auf oder mach ein Video. Halte sie fest und erzähle sie weiter, so wird sie zum Teil Eurer Unternehmenskultur und zu dem, was Euch zusammenhält.

Bonustipp 1: Geschichten werden immer von Menschen für Menschen und über Menschen erzählt. Tritt nicht in die Falle und versuche, Deinen Kunden, Mitarbeitern oder Geschäftspartnern das Produkt als Held zu verkaufen oder gar das Unternehmen insgesamt. Nur Menschen können Helden sein. Und Menschen interessieren sich auch nur für andere Menschen, nicht für anonyme Konzerne oder leblose Produkte.

Bonustipp 2: Aus meiner Erfahrung wollen viele Unternehmen zwar Lösungen anbieten, Probleme jedoch lieber verschweigen. Habe keine Angst vor Problemen oder Widerständen. Sie sind das Herz jeder guten Geschichte. Es geht nicht nur um die Lösung. Spannend ist erst, warum und wie ein Problem gelöst wurde. Dann entsteht ein Mehrwert für den Zuhörer, eine „Moral von der Geschicht'“.

Wo Geschichten erzählt werden können, werde ich in einem der kommenden Artikel versuchen, zu erklären.

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