Wie Du durch Achtsamkeit besser mit Stresssituationen umgehst oder warum Dein Gehirn nicht als Sehorgan taugt

Meditation & Achtsamkeit.


Shamash Aldina schreibt in seinem Buch „Mindfulness at Work“: „you see with your brain“. Shamash meint damit: Unser Gehirn funktioniert wie ein Filter. Es wählt aus unzähligen Informationen, die über die Augen eintreffen, diejenigen, die das Gehirn für wichtig hält. Viele unserer Entscheidungen basieren darauf, wie wir glauben, dass sich die Zukunft entwickelt. Und dafür muss meist unsere Vergangenheit herhalten. Wir formen in unserem Gehirn Geschichten, die unser Gehirn für wahr hält. Auf der Strecke bleibt dadurch die Gegenwart als der einzige Ort, in dem wir wirklich die Zukunft beeinflussen können. Achtsamkeit kann Dir dabei helfen, die Realität von selbst gebastelten Geschichten zu unterscheiden.

Wenn ein Kunde einmal nicht zufrieden ist, dann kreist das Gedankenkarussel

Ist ein Kunde mit einer unserer Leistungen nicht zufrieden, dann lässt mir das heute keine Ruhe. Früher hätte es mich sogar fertig gemacht. Der Unterschied zwischen früher und heute liegt nicht in Gleichgültigkeit gegenüber den Wünschen und Bedürfnissen meiner Kunden, sondern im Umgang mit unangenehmen Situationen.

Ein fiktives Beispiel: Wir sollen einen Text für einen Kunden erstellen. Dieser beschwert sich, der Text passe nicht zum Unternehmen.

Früher hätte ich gedacht

Heute versuche ich, zu denken

Letzteres sind alles Punkte, die die Fakten klären, die die Realität auf den Tisch bringen. Mit anderen Worten: Früher hätte ich reagiert, heute versuche ich, zu antworten.

Meine Gedanken waren früher geprägt von Mutmaßungen, Geschichten über Zusammenhänge, die logisch klangen, erklärten, vielleicht entschuldigten, in jedem Fall aber nichts besser machten.

Heute versuche ich, einen Moment Pause zwischen einer Beschwerde und meiner Antwort zu bringen, durchzuatmen, die Fakten von meinen Gedanken und meinen Gefühlen zu unterscheiden:

  1. Was kannst Du in diesem Moment wahrnehmen? Was ist um Dich herum? Wie ist die Situation? Meist sind unsere Geschichten im Kopf viel schlimmer als die Realität, die uns umgibt
  2. Was gehen Dir für Gedanken durch den Kopf? Versuche Sie, einfach als „Gedanken“ wahrzunehmen ohne auf sie einzugehen
  3. Welche Gefühle lösen diese Gedanken aus? Versuche auch die Gefühle als „Gefühle“ wahrzunehmen und Dich nicht von ihnen mitreißen zu lassen

Versuche, freundlich zu Dir zu sein. Je mehr Du Dich selbst geißelst, desto mehr rutscht Du in den „Flucht oder Kampf Modus“, den wir von unseren Steinzeitvorfahren geerbt haben. Wenn Du annimmst, was Du denkst und fühlst ohne beides zu bewerten, wirst Du mit etwas Übung Realität, Gedanken und Gefühle voneinander unterscheiden lernen und damit auch unangenehme Situationen angemessener beurteilen können. Aus einer angemessen Beurteilung einer Situation folgt eine gute Antwort und das Resultat ist hoffentlich ein wieder zufriedener Kunde.

Und sonst

Danke:
für das großartige Buch "Mindfulness at Work"

Wo dieser Text geschrieben wurde:
Am Glastisch mit Hund im peripheren Sichtfeld



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