Mein wichtigster Tipp, um Vertrauen im Netz aufzubauen

Praxis.


In einem Interview sagte Jeff Goins letztens „Consistency is Integrity“. Es kommt nicht darauf an, wie oft Du einen neuen Beitrag in Deinem Blog veröffentlichst oder einen Post auf Facebook oder einen Tweet. Es kommt darauf an, wie regelmäßig Du dies über einen langen Zeitraum tust.

Die psychologische Grundlage für die Aussage bildet der Mere-Exposure-Effekt: Wenn beim ersten Kontakt mit Wasauchimmer die Bewertung – der erste Eindruck – nicht negativ ist, so kann nur durch wiederholte Darbietung Deine Einstellung beispielsweise zu Menschen oder Produkten positiv beeinflusst werden.

Konsistenz ist vielleicht deshalb auch so wertvoll, weil sie so schwer einzuhalten ist: Einen guten Blog-Beitrag schreiben viele. Ein paar gute Blog-Beiträge auch. Aber jeder Woche, jeden Monat, jedes Jahr? Hier trennen sich Amateure von Profis und die Bewertung beim Nutzer/Kunden/Betrachter läuft oft ganz beiläufig.

So habe ich einen Freund, der keine Software bei Unternehmen kauft, wenn deren Blog nicht aktuell ist. Die Einstellung habe ich mir abgeguckt. Der Grundgedanke dahinter entspricht dem berühmten ersten Toiletten-Gang im Restaurant: Wenn die Toilette sauber ist, ist es die Küche auch. Ob das stimmt, keine Ahnung. Ob das jemals getestet wurde weiß ich auch nicht. Im Internet (Blog, Facebook, wo auch immer) jedoch kann der Eindruck entstehen: „Wenn die nicht mehr regelmäßig posten, ist dort etwas im Argen.“

Dieses Feedback bekommen wir immer wieder von Kunden aus allen Branchen und unabhängig davon, ob es End- oder Geschäftskunden sind, nahegelegt. Wir haben sogar schon die Rückmeldung von Kunden bekommen, dass sie zu einem anderen Einzelhändler gegangen sind, weil ihre erste Wahl eine schlecht gepflegte Facebook-Seite hatte.

Wie oft ist denn of genug?

Hier kann ich nur das übliche Beratergeschwurbel anbieten: Das hängt ganz von der Zielgruppe, dem Inhalt, der Aktualität und der gebotenen inhaltlichen Tiefe ab. Ein Blog über Rechtsfragen veröffentlicht vielleicht nur einen Artikel oder Beitrag im Monat, eine Tageszeitung mehrere am Tag.

Und was ist, wenn ich mich nicht dran halte?

Sich selbst klare Regeln aufzustellen und diese mit einer gewissen Disziplin zu befolgen, halte ich für entscheidend. Es gibt jedoch auch Ausnahmen – externe und interne. Externe Ausnahmen sind beispielsweise Events oder besondere Ereignisse. Hast Du ein wichtiges Event, kannst und solltest Du darüber beispielsweise auf Facebook berichten. Wenn dann aus drei Posts die Woche einmal fünf werden, ist dies nicht falsch, sondern einfach angemessen. Interne Ausnahmen können wichtige Ereignisse sein, die Dich vom Veröffentlichen abhalten: Krankheit, Stress, andere Prioritäten. Bitte halte in solchen Situationen immer folgenden Hinweis im Kopf:

Nur wer freundlich zu sich selbst ist, kann auch freundlich zu anderen sein.

Analysiere achtsam die Situation:

Dann hake die Sache ab und setze Dich wieder an die Arbeit. Gerade hierzulande neigen wir dann zu einer unverhältnismäßigen Selbstgeißelung, die nicht notwendig ist, weil Inkonsistenz menschlich ist.

Wenn Du sonst regelmäßig Teil eines Dialoges rund um Dein Thema bist, Deinen Lesern großartige Tipps gibst und für sie da bist, arbeitet der zweite Teil dieser Regel „Consistency is Integrity“ in Deinem Sinne. Denn wenn Du integer handelst und damit langfristig verlässlich bist und Vertrauen aufbaust, werden Deine Leser/Betrachter/Kunden auch großzügig über den ein oder anderen Fehler hinwegsehen.

Und sonst


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